Veröffentlicht am 28. März 2025 · Kategorie: Pferdegesundheit & Fütterung
Warum die Darmflora deines Pferdes entscheidend ist
Die Verdauung deines Pferdes ist weit mehr als die reine Verarbeitung von Futter – sie ist ein zentrales Element für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden. Im Zentrum steht die Darmflora, ein komplexes Ökosystem aus Billionen von Mikroorganismen. Gerät dieses Gleichgewicht aus dem Takt, z. B. durch Stress, Futterwechsel oder Medikamente, kann es zu Verdauungsstörungen, Infektanfälligkeit oder Leistungseinbußen kommen.
Was sind Präbiotika – und wie wirken sie beim Pferd?
Im Gegensatz zu Probiotika, die lebende Bakterien enthalten, liefern Präbiotika nicht verdauliche Ballaststoffe, die gezielt das Wachstum nützlicher Mikroorganismen im Dickdarm fördern. Besonders relevant sind hier:
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Fructooligosaccharide (FOS): fördern Bakterien wie Bifidobacterium
oder Clostridium cluster XIVa - Mannan-Oligosaccharide (MOS): binden pathogene Keime und unterstützen die Immunabwehr
- Inulin aus Topinambur: verbessert die Butyratproduktion – eine zentrale Energiequelle für Darmzellen
Diese Ballaststoffe erreichen unverdaut den Dickdarm, wo sie von spezifischen Bakterien fermentiert werden. Dabei entstehen kurzkettige Fettsäuren (SCFAs) wie Butyrat, Acetat und Propionat, die entzündungshemmend wirken und die Schleimhautgesundheit fördern.
Topinambur & Co: Präbiotika als funktionelle Futterbestandteile
Besonders gut verträglich für Pferde ist Inulin aus Topinambur. Es wird langsam fermentiert, was Blähungen vorbeugt und eine gleichmäßige Versorgung des Darms mit Energie fördert. In Kombination mit FOS und MOS ergibt sich ein breites Wirkspektrum: Förderung guter Bakterien, Bindung unerwünschter Keime und Schutz der Darmschleimhaut.
Wann lohnt sich ein präbiotisches Ergänzungsfuttermittel?
- Bei Futterumstellungen oder Stallwechsel
- Nach Wurmkuren oder Antibiotikatherapie
- Bei sensibler Verdauung oder weichem Kot
- Zur Vorbereitung auf die Weidesaison
- Zur langfristigen Unterstützung des Immunsystems
Präbiotika können auch langfristig gegeben werden – sie sind nicht invasiv, sondern ergänzen die Basisration auf natürliche Weise.
Wissenschaftlich belegt – mit Studien untermauert
Studien wie die von Respondek et al. (2008) belegen, dass FOS bei Pferden zu einer erhöhten Produktion kurzkettiger Fettsäuren führen und das mikrobielle Gleichgewicht positiv beeinflussen können. Auch Spring et al. (2000) zeigten bei MOS eine Bindung pathogener Keime im Darm. Inulin aus Topinambur wird in der Literatur als besonders schonende Quelle fermentierbarer Kohlenhydrate für Equiden bewertet.
Fazit: Präbiotika sind ein Schlüssel zur langfristigen Pferdegesundheit

Präbiotische Ergänzungen stellen eine natürliche, wirkungsvolle Unterstützung
der Dar
mgesundheit dar – ganz ohne lebende Bakterien, aber mit großer Wirkung. Sie fördern gezielt das mikrobielle Gleichgewicht, stärken die Darmbarriere und tragen so zur Resilienz deines Pferdes bei. Wer langfristig auf Darmgesundheit setzt, kommt an Präbiotika nicht vorbei.
